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Versprechen in Vorstellungsgesprächen

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Versprechen in Vorstellungsgesprächen - Welcome to the real world

Versprechen in Vorstellungsgesprächen

Bei Jobwechseln kommen Webentwickler nicht selten vom Regen in die Traufe. In diesem Beitrag werden Hintergründe, Ursachen und Folgen unpassender bzw. schlechter Arbeitsstellen beleuchtet – und herausgearbeitet, inwiefern Never Code Alone hier insgesamt helfen kann.

Im Arbeitsmarkt gibt es aus verschiedenen Gründen viel Bewegung. Besonders starker Personalbedarf herrscht aktuell auf dem Internetmarkt – hier geht man von rund 20 Prozent unbesetzten Stellen aus. Aus diesem Grund versuchen Arbeitgeber mit allen Mitteln, Webdeveloper aus ihren bisherigen Positionen abzuwerben. Schließlich werden per sofort überall erfahrene Entwickler zum direkten Anpacken und Mitarbeiten benötigt. Die hohe Wechselbereitschaft der Webdeveloper kommt dem entgegen, und hier spielen längst nicht nur Faktoren wie Gehalt und nette Benefits wie freie Getränke und stets gut gefüllte Obstkörbe eine Rolle. Sondern zunehmend sind auch die Software-Qualität und deren Standing in Unternehmen ausschlaggebend.

Klar ist: Damit man als erfahrener Entwickler den Anschluss nicht verpasst, muss man neue Technologien praktisch und täglich einsetzen und auf dem Laufenden bleiben. Webdeveloper wechseln daher häufig, weil ihnen von neuen Arbeitgebern vollmundige Versprechen dieser Art gemacht werden – die dann aber oftmals nicht eingehalten werden. Umso größer ist dann die Hoffnung, dass diese Versprechen vielleicht ja vom nächsten Unternehmen eingelöst werden. Leider wird das immer wieder ausgenutzt. Die Folgen können fatal sein.

Negativ-Beispiel „Webdeveloper im Zauberwald“

Zauberwald Legacy Code

Zauberwald Legacy Code

In den vergangenen Jahren wurde gerade in Deutschland eine hohe technische Schuld in Webdevelopment-Projekten aufgebaut. Etwa durch Software, die immer weiter gewachsen ist. Der wahrscheinlichste Grund dafür: Im Laufe der Zeit haben viele verschiedene Entwickler mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen daran gearbeitet. Moderne und neue Technologien können jedoch nicht einfach bestehende Features übernehmen. Eine Patt-Situation.

Das Thema Software-Qualität soll hier allerdings nicht vertieft werden – dennoch sollte es als Ursache im Hinterkopf behalten werden. So oder so ist die Flucht der Leute eine Flucht nach vorne, und damit kommen Entwickler nicht selten vom Regen in die Traufe. Man stelle sich beispielsweise eine Firma vor, die ihre Software als Zauberwald bezeichnet. Im Vorstellungsgespräch wird zunächst gesagt, was der Bewerber hören will. Etwa, dass die Applikation mit dem Laravel-Framework bestehende Komponenten in Microservices ersetzen soll. Und dass alle Services mit guten Tests abgedeckt werden und Continuous Integration eingeführt wird. Das sei gemeinsam mit Geschäftsführung und Kunden so vereinbart worden. Allerdings wird während der Probezeit damit nicht angefangen. Später wohl auch nicht. Wer sich damit nicht abfinden will, wird innerhalb kürzester Zeit rausgeworfen.

Negativ-Beispiele „Teamlead“ und „Druck“

Webdevelopment Stress

Webdevelopment Stress

Neben dem Streben nach besseren Arbeitsbedingungen werfen Mitarbeiter in wachsenden Teams natürlich auch ein Auge auf Positionen mit mehr Verantwortung. Allerdings werden diese Positionen oftmals nicht mit eigenen Mitarbeitern besetzt, sondern eigens dafür externe oder neue Leute eingestellt. Auch dies ist dann oft ein Grund für einen Wechsel in ein anderes Unternehmen. Denn in den Vorstellungsgesprächen klang das vorher noch ganz anders. Um die Bewerber zu überzeugen, wurden ein tolles Team, automatisierte Tests und dergleichen mehr versprochen – also alles, was man als Bewerber so hören will: Fortbildungen, Pair-Programming, Code-Reviews, Team-Events etc. pp. Gleich am ersten Tag stellt sich dann aber heraus, dass alle Programmierer des ohnehin sehr kleinen Teams gekündigt haben. Und am zweiten Tag muss das gesamte Projekt ohne Einarbeitung und Übergabe vollständig realisiert sein. Das könne man bei dem Gehalt schon erwarten, heißt es vom Vorgesetzten. Und in der vierten Woche wird schließlich Mehrarbeit angeordnet und zu Wochenendarbeit geraten.

In solchen Firmen wird in der Regel mit sehr viel Druck gearbeitet und dieses Mittel nach eigenen Angaben auch gerne und sehr erfolgreich eingesetzt, wie dann manchmal zu hören ist. Spielt man nicht mit, wird einem ein Aufhebungsvertrag ohne Lohnfortzahlung bis Ende der Kündigungsfrist vorgelegt.

Auf diese Anzeichen sollte man achten!

Webdevelopment Signale

Webdevelopment Signale

Vieles in Bewerbungsgesprächen ist heute leider unternehmensseitiges Blendwerk, und es ist sehr schwer, dabei hinter die Kulissen zu schauen. Deshalb sollte bereits im Vorfeld ausführlich recherchiert werden – im Idealfall also schon vor der Bewerbung. Denn bekommt man aufgrund eines persönlichen Kontakts und möglicher Sympathien vorab eine Zusage, so kommt der Bewerber wegen seines Ehrgefühls und etwaiger Loyalitätsgedanken aus der Nummer nicht mehr so leicht heraus. Schnell ist es dann zu spät.

Aber auch die Stellenausschreibungen selbst zeigen oft ein falsches Gesicht. Dort werden Stellen mit allen Mitteln „verkauft“. Auch hier ist es somit ratsam, vorher zunächst einmal gründlich zu recherchieren. Zum Beispiel wie es um die bestehende Unternehmensinternetseite bestellt ist. Agenturen verweisen dann zwar immer gerne darauf, dass sie vor lauter geilen Projekten nicht dazu kommen, sich um die eigene Website zu kümmern. Das ändert aber nichts daran, dass dies in hohem Maße unprofessionell ist. Denn wer die eigene Seite nicht hegt und pflegt und sinnvoll nutzt, bei dem darf bezweifelt werden, dass er überhaupt einen Mehrwert in Internetseiten sieht. Insofern kann sich ein genauer Blick auf die Seiten, die dem Unternehmen Geld bringen, absolut lohnen: Welche Software-Versionen werden eingesetzt? Wie hat sich die Seite in den letzten Jahren entwickelt? Welche Ladezeit hat die Startseite auf dem Desktop und auf dem Smartphone? Und natürlich zeigen auch CSS-Dateien und Javascript-Files die Arbeitsweise hinter den Kulissen. Bei Unternehmen, die hier gleich in mehreren Punkten patzen, ist kaum anzunehmen, dass ausreichend Zeit für nachhaltiges Wirtschaften eingeplant ist. Ein Warnzeichen für Webentwickler.

Die schwerwiegenden Folgen für Betroffene

Burnout Webdeveloper

Burnout Webdeveloper

Schlimm also, wenn man dann trotzdem in solch einer Tretmühle gelandet ist. Denn Stress und Existenzangst sind nicht nur schlecht für die eigene Leistungsfähigkeit, sondern auch gesundheitsschädlich. Man kann keine klaren Gedanken mehr in seiner Freizeit fassen und schleppt die Probleme vom Bürotisch mit in sein Privatleben. Neben den psychischen Problemen gehen diese oft auch in physische Symptome über. Migräne und Kopfschmerzen sind keine Seltenheit. Alles in allem wirkt sich das dann schlimmstenfalls auch auf die eigene Wahrnehmung aus, und man fühlt sich plötzlich weniger wert. Zwar muss das nicht gleich in eine Depression münden – aber die Sorge um die berufliche und finanzielle Zukunft ist selbstverständlich eine schwere Last.

Meist hilft da nur noch eins: Raus aus der alten Arbeitsstelle und schnellstmöglich etwas Neues suchen! Im angeschlagenen Zustand erfolgreich in einen neuen Job zu starten, ist jedoch kein Zuckerschlecken. Schließlich hat man zuvor sehr viel Energie verbraucht bzw. verloren. Energie, die man – ebenso wie in der Software-Entwicklung insgesamt – durch Recherche und Planung sinnvoller hätte einsetzen können.

Was tun gute Arbeitgeber demgegenüber?

Licht im Tunnel

Licht im Tunnel

Okay, all dies bedeutet natürlich nicht, dass es keine guten Arbeitgeber gibt. Die gibt es nämlich sehr wohl, und solche Unternehmen legen großen Wert auf die Weiterentwicklung ihrer Webdeveloper, da sie wissen, wie sehr sie selbst am Ende von deren Motivation und Entfaltung profitieren. Außerdem zeichnen sie sich durch eine nachhaltige Personalführung und ein gesundes Wachstum aus, indem sie auf die richtigen Strukturen und die richtige Kompetenzverteilung im Team achten. Hierbei ist es guten Arbeitgebern wichtig, dass ein Webdeveloper von vornherein zu den Arbeitsbedingungen passt und er nicht erst passend gemacht werden muss. Was ohnehin nicht sehr gut funktioniert und zudem die Erwartungshaltung des neuen Mitarbeiters untergräbt. Und anstatt Teams einfach nur aufzublähen, werden diese in ihrer Entwicklung und ihrem Wachstum gefördert.

Aus all diesen Gründen ermöglichen kluge Arbeitgeber ihren Entwicklern neben internen Schulungen auch die Teilnahme an Events, auf denen praktisches Wissen in der Community vermittelt wird. Oft trifft man dort auf sehr zufriedene Entwickler und kann diese persönlich kennenlernen. Und folgt man dann den Hashtags der Events, so findet man immer wieder Gruppenfotos und die dazugehörigen Unternehmen. Unternehmen, die aufgrund der Marktsituation mit großer Sicherheit Webdeveloper suchen und auf deren Seiten entsprechende Stellenbeschreibungen zu finden sind.

Nichtsdestotrotz ist auch hier eine gewissenhafte Recherche angeraten. Lassen sich auf den Social-Media-Kanälen der Arbeitgeber Details zu Fortbildungen Team-Events, Ausflügen etc. finden, und wie echt wirkt das alles? Oder werden dort nur Fotos von Geburtstagskindern, neuen Kollegen und kunterbunten Kuchen gepostet …? Und vor allen: Wie sehr haben das Marketing und die PR dabei womöglich ihre Finger im Spiel? Sehr aufschlussreich sind immer auch die Blogs der Unternehmen: Dienen sie nur der Selbstbeweihräucherung, oder wird Besuchern dort ein echter Mehrwert geboten? Und auch Bewertungsportale sind ein wichtiger Punkt. Zwar dürfen die dortigen Angaben nicht überbewertet werden – aber dennoch sollten die daraus zu gewinnenden Erkenntnisse in die Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen einbezogen werden.

Auch die Integration in Teams ist ein Problem

Es gibt also jede Menge Stolperfallen für Webentwickler. Aber eben auch viele mehr oder minder klar erkennbare Anzeichen dafür, wenn das Gesamtpaket „Neuanstellung“ nicht stimmig ist. Wenn sich diese Anzeichen im Zuge der Recherche über ein Unternehmen häufen und verdichten, sollte man wohl besser die Finger davon lassen.

Hinzu kommt dann noch, dass es hier und da leider immer noch größere Schwierigkeiten bereitet, neue Entwickler in bestehende Teams und Projekte zu integrieren. Auch hierbei spielt Software-Qualität eine wichtige Rolle, und eine gute Dokumentation ist sicherlich ein wichtiger Bestandteil. Sehr guter Code benötigt allerdings keine Dokumentation. Denn je besser die Code-Qualität ist, desto einfacher ist es für Entwickler, sich selbstständig in laufende Projekte einzuarbeiten. Teamwork und Austausch unter Entwicklern sind hierfür weitere Wegbereiter. Auf den Punkt gebracht: Nur Entwickler, die miteinander ausgiebig über ihren Code reden, schreiben Code, den hinterher auch jeder im Team versteht. Eine Struktur hingegen, in der jeder Webdeveloper sein eigenes Süppchen kocht oder gar ein komplettes Projekt alleine betreut, führt schnell zu großen Problemen und Krisensituationen, die am Ende das gesamte Projekt gefährden können. Zumal in solchen Strukturen auch niemand die Zeit hat, einen neuen Entwickler zielgerichtet und erfolgreich einzuarbeiten. Vielmehr stellt die Einarbeitung an sich oft schon eine zusätzliche und entsprechend unwillkommene Belastung dar. Genau dann kann die Stimmung unversehens kippen. Wobei eine allzu hohe Personalfluktuation, die letztlich ja auch einen gewaltigen Kostenapparat darstellt, ohnehin schnell für Unruhe in den eigenen Reihen sorgen kann. Schlimmstenfalls trägt sich schon bald ein Teil des Teams mit Wechselgedanken.

Never Code Alone hilft mit Events und Gastbeiträgen

Das Credo von Never Code Alone lautet also nicht von ungefähr „Gute Arbeitgeber suchen gute Webdeveloper und gute Webdeveloper suchen gute Arbeitgeber“. Hierfür haben wir zwei Plattformen ins Leben gerufen und bauen diese immer weiter aus. Denn nicht nur Webdeveloper können sich auf unserem Blog mit Gastbeiträgen präsentieren, sondern Unternehmen können sich darstellen und ihre Qualitäten als Arbeitgeber abbilden. Hier sollte neben der Firmenphilosophie auch gezielt auf das Thema Software-Qualität und Weiterbildung eingegangen werden.

Eine noch bessere Möglichkeit bieten die Events von Never Code Alone. Im Rahmen unserer kostenlosen ganztägigen Workshops für Webdeveloper wird ein persönlicher Kontakt zwischen dem jeweils sponsernden Unternehmen und den bis zu 40 Teilnehmern ermöglicht. Unternehmen können sich somit sehr nah am Markt als potenzielle Arbeitgeber in Stellung bringen. Im Vordergrund steht dabei aber immer das Weiterbildungsangebot mit seinen vier Live-Codings-Sessions pro Event. Begleitet wird das Ganze von einer professionellen Kommunikationsarbeit inklusive Vor- und Nachberichten.

Durch unseren gewissenhaften Datenschutz und das Selbstverständnis, ausschließlich als Plattform für persönliche Kontakte zwischen Unternehmen und Webdevelopern zu fungieren, distanziert sich Never Code Alone klar und deutlich von allen Geschäften, die mit der Vermittlung von Arbeitnehmern zu tun haben. Uns geht es also nicht etwa um Provisionsgeschäft oder dergleichen. Vielmehr ist bei Never Code Alone ein Höchstmaß an Neutralität gewährleistet. So liegt es am Ende einzig und allein beim jeweiligen Sponsor selbst, sich am Rande des Events zu präsentieren und in Szene setzen. Hierfür bietet sich die Mittagspause als Zeitfenster für eine 15- bis 20-minütige Firmenpräsentation an. Wie bei anderen Events gibt es dazwischen aber auch hier ausreichende Möglichkeiten für persönliche Gespräche zwischen dem Sponsor und den Teilnehmern.

Roland Golla

Initiator von Never Code Alone, Geschäftsinhaber Rogoit, Blogger, Autor, Speaker, Dozent und Senior Webdeveloper rolandgolla.de

1 Comment
  • Posted at 11:35 am, Februar 21, 2017

    Also im Endeffekt geht es ja darum sich gemeinsam wohl zu fühlen, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Team. Wenn der Chef aber immer nur die grünen Scheinchen im Kopf hat und ihm das Produkt, was programmiert wird im Endeffekt egal ist, weil er keine Gefühlsbeziehung zu diesem entwickelt, so kann das schonmal zu Problemen führen. 😉

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