Von jeher wird das Frontend von den echten Programmierern aus dem Backend belächelt. „Macht ihr da mal euren Frontendkram, der interessiert mich nicht.“, so der O-Ton eines Lead Developers. Der ältere Herr ist immerhin technologisch für den ganzen Webshop verantwortlich. 

Mit stolz präsentiert eine Düsseldorfer Agentur den Relaunch – Konsole komplett rot

So stolz sieht man selten einen Agenturchef. Das Team hatte über Wochen hervorragend zusammengearbeitet und auch noch in der Nacht vor dem Relaunch auf wichtige Schnittstellen gewartet und diese implementiert. Als ich die Seite aufgerufen hatte, konnte ich erst nicht glauben, dass die neue Seite wirklich schon live war. Web 1.0 Retro Design, Responsive Design nicht bedienbar, fehlende Kontraste, einen Slider, der nicht stoppt in viel zu hoher Frequenz und die komplette Konsole rot. Vielleicht gibt es wirklich Kunden, die Sachen selbst designen wollen und die zahlreichen Anpassungen wahnsinnig machen und da eine mobile Ansicht keinen Spaß mehr macht. Aber eine rote Konsole? Fehlende Grafiken, 500er auf Tracking Pixeln und geblockte Tracking Pixel. Merkt das in dem ganzen Laden wirklich keiner? Und wie kann so etwas Wichtiges eigentlich so egal sein?

Frontend vs. Backend – wo kommt der offene Bruch eigentlich her?

Es ist nicht so leicht, eine Geschichte auszugraben, die technologisch schon 20 Jahre her ist und damit 4 Dekaden lang überholt ist. Aber versuchen wir es doch einmal. Lassen wir den Begriff „Excel auf Steroiden“ einmal wirken. Das Backend verarbeitet Daten und stellt sie einem Frontend zur Verfügung. Damals hat man es noch nicht geschafft, die Template Engine ins Frontend zu legen. Das wurde erst durch reaktive Frontend-Technologien wie VueJS und React fest etabliert.

Davor gab es schon Javascript Grundlagen, allerdings lag der Fokus der etablierten Redaktionssysteme nicht darin, Daten via API zur Verfügung zu stellen. Layouts fehlten lange Zeit die Innovationen. Flash starb und jede Kreativität wurde unter dem Vorwand der vom User gelernten UX Prozesse erschlagen. Alle Nachrichtenportale, Blogs, Content Marketing Seiten etc. einheitlich. Templates von der Stange kaufen und die Strafe der Frontend Devs bestand darin, die Funktionen für überholte Microsoft Produkte herzustellen. Undankbar, schlecht bezahlt und jede Innovation im Keim erstickt. Großflächige Layouts erstellt man auf noch größeren Monitoren von Print-Designern, um sie pixelgenau umzusetzen und irgendwie nach eigenem Ermessen aufs Handy pressen. Ohne Konzept, irgendwie. Alleine ohne Hilfe der anderen Devs. Inselwissen auf unterschiedlichen Kontinenten. Man kennt die zahlreichen Memes mit den Über- und Unterwasserbildern.

Fullstack? Nein Danke, ich kann lieber etwas richtig gut und kann liefern

Die jahrelange falsche Strategie hat Folgen. Am Ende ist es doch das Frontend selbst, das im Wesentlichen über den Erfolg der Webseite entscheidet. Aber die Systeme bieten einfach keine saubere Trennung. Headless – ein Buzzword – birgt sehr viele Risiken. Allein SEO, Routing und die Vielzahl von Daten von Header bis Footer. Wer soll das liefern, wer soll das Abgreifen? Und das bei unter besetzten Teams. Können das nicht einfach die Backend Devs machen, ist doch alles Open Source, dokumentiert und auf YouTube und Udemy verfügbar? Und wenn alle das Wort “Fullstack” in ihre Stellenausschreibungen schreiben, dann werden sie es ja auch wollen und schlucken. Aber die Pille ist echt bitter.

Von Null anfangen. Elemente floaten, nachladen, attachen und mit Media Queries Dinge machen. Komplexe Strukturen für Headline, Description und Image. Auf mehreren Browsern, aber ich habe doch nur einen. Es ist auf einmal nicht mehr so einfach. Und die modernen Sachen, Raketentechnik mit einem technologischen Kosmos, der wahrscheinlich auch bei der NASA eingesetzt wird.

Eine Woche Udemy auf Bali reicht da leider nicht. Es sind Monate bis man mit Junior Skills erste Erfolge erzielt. Und Jahre mit vollem Fokus, bis man auf dem Level ist, auf dem man sich wohlfühlt. Wie eine neue Sprache für Menschen zu lernen und sich noch in einer anderen Kultur zu etablieren. In Wahrheit geht das einfach nicht. Es sei denn man geht einen technologischen Kompromiss ein. Nicht mein Weg, ich bin auf dem Papier übrigens Fullstack Developer und habe nachweislich über 100 Webseiten komplett alleine realisiert. Auch den Blog hier, aber ich bleibe lieber bei dem, was ich kann. Das ist eher im Backend zu finden.

Wir suchen händeringend Frontender, bitte melden, wir haben nur eine die möchte mal Urlaub machen

Webdesign hatte vor ChatGPT und den damit verbundenen Content Boost stark an Ansehen verloren. Gerade im Bereich Corporate Design haben eher Instagram und Social Media das Rennen um Interaktion, Sichtbarkeit und Markenbildung gemacht. Die Investments sind hier deutlich höher und das Webdesign wehrt sich auch konsequent gegen die Etablierung der Inhalte. Damit meine ich keine Iframes mit Tielines. Aber das Buch von Internetseiten, da reicht auch leider einer mit 2 Klicks.

Anders ist hier E-Commerce. Eigene Shops sind wieder mehr wert, Payment Providern und Social Media Logins sei Dank. Amazon ist nicht nachhaltig, ein Feind der Menschheit und der Preis ist nicht mehr alles. Shopify ebnet den Weg eine Ecommerce Seite, wie WordPress zu betreiben. Vor 10 Jahren unvorstellbar. Und mehr Interesse an Webdesign bedeutet mehr Wünsche. Anpassungen in Themes zu machen ist eine Herkulesaufgabe und Hydra hat hier sehr viele Legacy Köpfe. Die IT Stellenausschreibungen bleiben sich hier treu. Wir hätten gerne 1 Person mit 5 Jahren Erfahrung in allen Technologien aus dem Frontend-Kosmos, ab sofort für Legacy Projekte, in denen erstmal alle aktuellen Wünsche kurzfristig erfüllt werden sollen. Na also, endlich mit Backend auf Augenhöhe.

Fazit zu Frontend Developern in Backend Agenturen – wer soll euch das glauben?

Damals, als wir noch bei großen Agenturen bedeutende Parties für die Mitarbeiterakquise gefeiert haben, konnte man mit erstaunlich hoher Präzision die Peoples in Frontend und Backend am reinen Erscheinungsbild unterteilen. Keine Farben und murrig – Backend – viele Farben, gute Laune und auch Frauen –  Frontend. Klingt sexistisch, ist es wahrscheinlich auch. Frauen haben auf der Backend Seite keinen Platz und die IT ist genauso frauenfeindlich wie alle anderen Branchen.

Aber festhalten kann man, das Frontend eine andere Lebenskultur hat. Und die etabliert man nicht, indem man eine weitere Person einstellt. Hier muss man sich deutlich öffnen, anpassen, offen sein, integrieren und auch ändern. Und sind das Begriffe, die auf ein Backend Team zutreffen? Klares Nein. Wir suchen hier m / w / d. Ist im Homeoffice eh egal, aber wenn wir vor Ort sind, dann saufen wir Bier und essen tote Tiere. Denkt dran, ich bekenne mich dazu, Backend Developer zu sein, aus Gründen.

Die Websprinter sehen barrierefreies Webdesign und Frontend als USP

Professionelle Arbeit liegt Never Code Alone und allen verbundenen Labels in der DNA. Das ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern. Der Fokus liegt 2023 neben energieeffizienter Webentwicklung auf barrierefreiem Webdesign. Beides zahlt auf Nachhaltigkeit ein. Setzen die Mitbewerber doch eher auf “billige” Lösungen, bringt sehr gutes HTML eine bessere Conversion Rate und viele weitere Vorteile. Dafür setzt man in Zukunft auf das CSS Framework Tailwind CSS. Die Kunden von den Websprintern haben bereits alle technischen Relaunches freigegeben. Für Menschen, die Umwelt und bessere Ergebnisse sind einfach überzeugende Argumente.

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Kreatives Gestalten von Farben in Tailwind CSS - Employer Branding und Tutorials Web Development 22. November 2023 - 14:03

[…] wir uns das Frontend an. Aktuell wird ein grauer Hintergrund in „Grau 900“ angezeigt. Das bedeutet, wir […]

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