Barrierefreiheit ist mehr als die „cherry on top“!

Von Julian Peters
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Illustration einer sitzenden Person vor einem Laptop

Wir haben heute eine kleine Challenge zum Thema Barrierefreiheit für dich! Du hast doch bestimmt gerade dein Smartphone griffbereit. Nimm es mal in die Hand und öffne den Homescreen. Schreibe jetzt diesen Text als Nachricht oder Notiz:

„Hey! Ich mache gerade diesen Test von NeverCodeAlone. Eine Nachricht zu schreiben, ist gar nicht so schwierig. ;D“

Ging ganz gut von der Hand, oder? Jetzt Level 2: gehe zurück zum Homescreen und formuliere den Text mit geschlossenen Augen.

Stopp – probier’s erstmal aus, bevor du weiterliest…

  • Wusstest du, wie du die App deiner Wahl startest?
  • Hast du versucht blind zu schreiben oder die Sprachsteuerung benutzt?
  • Wie viel von dem Text ist am Ende verständlich oder sogar fehlerfrei zu lesen?
  • Wie würdest du die Fehler jetzt blind korrigieren?

Diese Situation ist für fast 350.000 Menschen in Deutschland Alltag. Sie haben eine eingeschränkte Sehkraft oder sind vollständig erblindet. Weitere 7,55 Millionen Menschen leben mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen. Die Nutzung von digitalen Produkten ist Alltag geworden – für all diese Menschen ist die Teilhabe allerdings schwieriger, als sie sein müsste. Denn Barrierefreiheit wird oft noch als Kirsche auf dem Kuchen verstanden. Etwas, was man ganz am Ende nach getaner Arbeit oben drauf steckt. Etwas, was man eigentlich auch weglassen kann…

Nicht für dich! Denn Accessibility und barrierefreie Angebote sind nicht nur die Aufgabe von UX-/UI-Designern, sondern liegen auch in der Verantwortung von Developern. Du weißt: Barrierefreiheit ist der Tortenboden – die Grundlage jedes digitalen Produkts. Und damit auch der Anfang deiner Arbeit. Ich habe euch heute ein Rezept mit drei Zutaten für einen geilen Accessibility-Teig mitgebracht. Und du kannst sie ab heute schon einsetzen…

(Das war’s auch jetzt mit der Torten-Metapher. Versprochen!)

Checke deine Website selbst auf Barrieren

Du musst gar nicht mit einem aufwendigen BITV-Test starten oder einen teuren Consultant dazu holen. Den ersten Schritt kannst du selbst machen und kostet dich gar nichts. Mit dem WAVE-Tool von WebAIM bekommst du eine erste Auswertung, welche Maßnahmen du auf dein Backlog schreiben solltest. Wenn du genauer sehen möchtest, gegen welche Kriterien getestet wird, kannst du stattdessen auch die Checkliste der A11Y-Community nutzen. 

Mit einem Selbsttest zu starten, hilft dir auch für dein nächsten Projekt. Du weißt schon bei Projekt-Beginn an, worauf du achten musst!

Suche dir Beispiele für die Diskussion mit den Auftraggebern

In der Argumentation vieler Kund:innen ist Barrierefreiheit auch deswegen ein Problem, weil es eintönigen und öden Designs verbunden wird. Doch das stimmt nicht – Barrierefreiheit kann auch sexy! Hier mal drei Beispiele:

Unsere süße Empfehlung: ihr könnt zwar viele Aspekte auch nachträglich umsetzen, müsst aber für viele Themen auch frühzeitig mitdiskutieren. Wenn ein Design erstmal abgenommen ist, macht es einige Umsetzungen aufwendig bis unmöglich. Setzt euch deswegen so früh wie möglich mit euren UX/UI-Designer:innen zusammen, um wichtige Einschränkungen schon bei Projektbeginn einzuplanen.

Sieh diesen Blogpost als Start der Reise zur Barrierefreiheit

Wenn du heute nur eine Sache mitnimmst, dann bitte diese: dies ist erst der Beginn deiner Reise. Beschäftigt euch mit den vorhandenen Guidelines, beteiligt euch in Communities und bildet euch fort und geht mit unseren Expert:innen in den Austausch.

Entwickler:innen sind die ersten und letzten Personen, die Einfluss auf die Barrierefreiheit von digitalen Angeboten haben. Setzt euch dafür ein, bereits in der Konzeption und Gestaltung Einfluss auf die Barrierefreiheit nehmen zu können. Denn sonst wird es am Ende wieder nur die „cherry on top!“

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