KI Beauftragter im Unternehmen: Pflicht oder Mythos?

Von Roland Golla
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Surreales Gemälde: leerer Stuhl mit langen Beinen, Schild KI Beauftragter, Team im Kreis

In vielen Firmen läuft gerade dieselbe Diskussion. Die KI Verordnung gilt, also braucht es doch jemanden, der dafür zuständig ist. Schnell fällt der Begriff KI Beauftragter. Manche denken an eine neue Pflicht, ähnlich wie beim Datenschutz. Andere suchen schon nach einer Weiterbildung für diese Rolle. Lohnt sich ein Blick auf die Fakten: Was ist Pflicht, was ist Mythos, und wer übernimmt die Aufgabe am Ende wirklich?

Hockenheimring: Zwei Räume, ein Unternehmen: Developer und Fachabteilungen lernen parallel am Ring. Zum Hockenheimring Workshop

Kein KI Beauftragter vorgeschrieben

Artikel 4 der KI Verordnung (KI-VO) regelt die KI Kompetenz. Er gilt seit dem 2. Februar 2025. Seit dem Digital Omnibus vom Juli 2026 heißt es dort: Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI Kompetenz ihres Personals zu unterstützen. Von einer Person mit festem Titel steht dort nichts.

Die EU Kommission sagt es in ihren Fragen und Antworten zur KI Kompetenz direkt. Für Artikel 4 ist keine bestimmte Governance Struktur vorgeschrieben. Ihr müsst also weder einen KI Beauftragten benennen noch ein KI Gremium gründen. Auch ein Zertifikat oder ein Wissenstest ist nicht nötig. Ein internes Verzeichnis der Schulungen reicht.

Stand Oktober 2026, Quellen: Verordnung (EU) 2026/1744 auf EUR-Lex und EU Kommission. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Der Unterschied zum Datenschutzbeauftragten

Der Vergleich mit dem Datenschutz liegt nahe. Dort gibt es tatsächlich eine Pflicht zur Benennung, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Artikel 37 Absatz 1 DSGVO nennt drei Fälle:

  • Die Verarbeitung erfolgt durch eine Behörde oder öffentliche Stelle.
  • Die Kerntätigkeit besteht in einer umfangreichen, regelmäßigen und systematischen Überwachung von Personen.
  • Die Kerntätigkeit besteht in der umfangreichen Verarbeitung besonderer Kategorien von Daten oder von Daten über Straftaten.

Deutschland geht mit § 38 Absatz 1 BDSG weiter. Firmen benennen einen Datenschutzbeauftragten, wenn sie in der Regel mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigen. Unabhängig von der Zahl gilt das auch bei Verarbeitungen, die eine Datenschutz Folgenabschätzung brauchen, und bei bestimmten geschäftsmäßigen Verarbeitungen. Die Bundesregierung hat im Dezember 2025 angekündigt, bis Ende 2026 eine Aufhebung von § 38 Absatz 1 BDSG einzubringen. Prüft deshalb vor jeder Entscheidung den aktuellen Gesetzesstand.

ThemaDatenschutzbeauftragterKI Beauftragter
RechtsgrundlageArt. 37 DSGVO, § 38 BDSGKeine
PflichtJa, unter bestimmten BedingungenNein, laut EU Kommission zu Art. 4
Was verlangt istBenennung einer PersonMaßnahmen für KI Kompetenz
NachweisBenennung nach DSGVOInternes Verzeichnis reicht

Stand Oktober 2026, Quellen: DSGVO auf EUR-Lex und BDSG auf gesetze-im-internet.de. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Wer die Aufgabe trotzdem braucht

Kein Titel heißt nicht keine Arbeit. Die Kommission beschreibt Mindestschritte für Artikel 4:

  • ein allgemeines Verständnis von KI im Unternehmen schaffen
  • die eigene Rolle klären, also Anbieter oder Betreiber
  • das Risiko der genutzten KI Systeme betrachten
  • daraus Maßnahmen ableiten, passend zu Wissen und Kontext der Leute

Das macht sich nicht von allein. Jemand muss wissen, welche Tools laufen. Jemand muss Schulungen anstoßen und das Verzeichnis pflegen. Wie schnell sonst Schatten KI entsteht, zeigt unser Beitrag zur Schatten KI im Unternehmen.

In kleinen Firmen übernimmt das oft die Geschäftsführung selbst. In größeren Häusern kann es eine Person aus IT, Recht oder Personal sein. Wichtig ist nur, dass die Aufgabe einen Namen hat. Ob ihr die Person KI Beauftragter nennt, ist eure Entscheidung.

Warum KI eine Führungsaufgabe ist

Eine Person allein bringt ein Unternehmen nicht mit KI weiter. Wenn die Führung KI nur delegiert, bleibt das Thema in einer Ecke. Die Fachabteilungen probieren dann für sich, die Entwicklung baut für sich. Am Ende hat jeder seinen eigenen Chatbot.

Bei NCA sehen wir KI als Aufgabe für das ganze Unternehmen. Führung, Fachabteilungen und Entwicklung arbeiten zusammen. Das Ziel sind echte eigene Tools statt gemieteter KI Oberflächen. Warum dieser Weg mehr bringt, lest ihr in Tools statt Chatbots: KI im Team.

Die Führung muss dafür kein Code schreiben. Sie muss drei Dinge entscheiden:

  • Welche Tools sind freigegeben? Eine kurze Liste schafft Klarheit für alle.
  • Wie gehen wir mit Daten um? Unsere Regel: Coding aus der Cloud über EU Anbieter, Datenverarbeitung im eigenen Netzwerk. Kleine Modelle laufen lokal mit Ollama, anonymisierte Daten dürfen in jede KI.
  • Wer lernt was? Fachabteilungen brauchen andere Inhalte als Developer.

Wie ihr diese Punkte festhaltet, zeigt unser Beitrag zur KI Nutzungsrichtlinie für Unternehmen.

Gemeinsam starten statt Rolle besetzen

Ein guter Einstieg ist ein Tag, an dem alle zusammenkommen. Im NCA KI Workshop baut die Belegschaft mit Roland gemeinsam auf der Leinwand ein Werkzeug, mit OpenCode und kostenlosen Modellen. Optional folgt ein Praxistag. Beim NCA KI Workshop am Hockenheimring lernen Developer und Fachabteilungen parallel in zwei Räumen. Den Developer Teil leitet Benjamin Klein mit Fokus auf Agentic Coding und Guardrails. Mehr Eindrücke dazu findet ihr im Beitrag KI Workshop am Hockenheimring.

Danach weiß die Führung, was KI im eigenen Haus leisten kann. Die Person, die das Thema künftig betreut, hat einen klaren Auftrag. Und das Verzeichnis hat seinen ersten Eintrag.

Fazit

Ein KI Beauftragter ist für Artikel 4 keine Pflicht, anders als der Datenschutzbeauftragte unter den Bedingungen von DSGVO und BDSG. Die Aufgabe selbst braucht trotzdem jemanden mit Namen. Den Rahmen setzt die Führung.

Führung und Team lernen am Ring

Zwei Räume, ein Unternehmen: Developer und Fachabteilungen lernen parallel am Hockenheimring. Die Geschäftsführung sieht danach, wo KI im eigenen Haus hilft. Im kostenlosen Vorgespräch klären wir Gruppe, Ziele und Termin.

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