Seit Artikel 4 der KI Verordnung gilt, landen viele Angebote im Postfach. Online Kurs, Test am Ende, PDF mit Siegel. Die Frage dahinter ist immer gleich: Braucht ihr ein KI Zertifikat für Mitarbeiter, um auf der sicheren Seite zu sein? Die kurze Antwort der EU Kommission lautet nein. Die längere Antwort ist spannender, denn es gibt Fälle, in denen ein Zertifikat trotzdem Sinn hat.
NCA KI Workshop: Ein Tag, an dem euer Team mit KI ein echtes Werkzeug baut, statt Folien zu lesen. Zum NCA KI Workshop
Was die EU Kommission zum Zertifikat sagt
Die Kommission hat zu Artikel 4 eine Seite mit Fragen und Antworten zur KI Kompetenz veröffentlicht (Stand 27. Juli 2026). Dort steht klar: Ein Zertifikat ist nicht nötig. Es reicht, intern festzuhalten, welche Schulungen und anderen Maßnahmen es gab.
Dazu kommen weitere Punkte, die viele Anbieter nicht nennen:
- Kein Test Pflicht. Artikel 4 verlangt nicht, das Wissen eurer Leute zu messen.
- Kein festes Format. Die Kommission sagt sinngemäß: Es gibt keine Lösung, die für alle passt. Nur eine Bedienungsanleitung zu lesen, wirkt aber oft nicht.
- Kein KI Beauftragter. Eine bestimmte Governance Struktur ist nicht vorgeschrieben.
- Breiter Kreis. Auch wer ChatGPT für Werbetexte oder Übersetzungen nutzt, fällt unter Artikel 4.
Auch der Gesetzestext ist seit dem Digital Omnibus milder. Die Verordnung (EU) 2026/1744 gilt seit dem 27. Juli 2026. Seitdem ergreifen Anbieter und Betreiber Maßnahmen, um die Entwicklung der KI Kompetenz zu unterstützen. Ein bestimmtes Niveau für eine Person müsst ihr ausdrücklich nicht garantieren. Wie die alte und neue Fassung im Detail aussehen, zeigt unser Beitrag zur KI Kompetenz Pflicht nach Artikel 4.
Stand Oktober 2026, Quellen: EUR-Lex und EU Kommission. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Wann ein Zertifikat trotzdem Sinn hat
Kein Muss heißt nicht nutzlos. Ein Zertifikat kann ein gutes Werkzeug sein. Es kommt auf den Zweck an. Drei Fälle sehen wir oft:
Für eine bestimmte Rolle
Manche Leute tragen mehr Verantwortung als andere. Jemand betreut die KI Tools im Haus oder prüft neue Anwendungen. Hier kann eine längere Weiterbildung mit Abschluss helfen. Sie gibt Struktur und zeigt intern, wer sich tief eingearbeitet hat.
Für die eigene Karriere
Viele Mitarbeitende wollen etwas in der Hand haben. Ein Nachweis im Lebenslauf motiviert. Wenn ihr das fördert, ist das ein gutes Signal. Es ersetzt aber nicht die Frage, was die Person im Alltag mit KI tut.
Für Ausschreibungen und Kunden
Manchmal fragt ein Auftraggeber nach Nachweisen. Das kann in Ausschreibungen passieren oder im Einkauf großer Kunden. Dann zählt, was der Auftraggeber verlangt. Das ist eine Vertragsfrage und keine Frage von Artikel 4.
| Ziel | Zertifikat sinnvoll? | Was reicht oft |
|---|---|---|
| Artikel 4 erfüllen | Nicht nötig | Maßnahmen plus internes Verzeichnis |
| Rolle mit viel Verantwortung | Kann helfen | Weiterbildung mit Abschluss |
| Karriere fördern | Kann motivieren | Nachweis nach Wunsch der Person |
| Ausschreibung, Kundenvorgabe | Je nach Vorgabe | Was der Auftraggeber fordert |
Ein Zertifikat ist also ein Baustein. Seriöse Anbieter wissen das und sagen es auch. Schwierig wird es nur, wenn ein Kurs als Pflicht verkauft wird, die es so nicht gibt.
Was ein Schulungsverzeichnis enthalten sollte
Statt eines Zertifikats nennt die Kommission das interne Verzeichnis. Eine Form schreibt sie nicht vor. Eine einfache Tabelle reicht völlig. Wir empfehlen fünf Spalten:
- Person: wer teilgenommen hat, gern auch Dienstleister, die in eurem Auftrag KI nutzen
- Datum: wann die Maßnahme war
- System: um welches KI Tool es ging
- Inhalt: was gelernt wurde, etwa Halluzinationen, Datenschutz, Prüfen von Ergebnissen
- Regelwerk: welche interne Richtlinie besprochen wurde
Die letzte Spalte verbindet Schulung und Alltag. Wer noch keine Richtlinie hat, findet im Beitrag zur KI Nutzungsrichtlinie für Unternehmen eine Muster Gliederung.
Lernen mit echter Aufgabe
Die Kommission nennt Mindestschritte: ein allgemeines Verständnis von KI, die eigene Rolle als Anbieter oder Betreiber klären, das Risiko der Systeme betrachten und daraus Maßnahmen ableiten. Wie ihr das macht, bleibt euch überlassen. Einen Überblick über Formate liefert das Living Repository der Kommission mit über 40 Beispielen aus Firmen und Behörden. Die Kommission betont dort: Wer ein Beispiel kopiert, erfüllt Artikel 4 nicht automatisch.
Unser Ansatz: Am meisten bleibt hängen, wenn Leute selbst etwas bauen. Im NCA KI Workshop baut die Belegschaft mit Roland gemeinsam auf der Leinwand ein Werkzeug, mit OpenCode und kostenlosen Modellen. Optional folgt ein Praxistag. Teams ohne Programmierkenntnisse sind im NCA KI Workshop für alle Abteilungen richtig. Warum eigene Tools mehr bringen als ein Chatbot pro Kopf, lest ihr in Tools statt Chatbots.
Und auch das gehört zur Kompetenz: Wissen, dass KI Antworten falsch sein können. Warum das so wichtig ist, zeigt unser Beitrag zu Falschinformation durch KI.
Fazit
Für Artikel 4 braucht ihr kein KI Zertifikat, ein gepflegtes Verzeichnis und echte Maßnahmen reichen. Ein Zertifikat lohnt sich, wenn eine Rolle, eine Karriere oder ein Auftraggeber es braucht. Entscheidend bleibt, dass euer Team KI im Alltag sicher nutzt.
KI Kompetenz, die im Alltag hält
Ein Tag, an dem euer Team mit KI ein echtes Werkzeug baut, statt Folien zu lesen. Danach habt ihr ein Ergebnis und einen Eintrag fürs Verzeichnis. Im kostenlosen Vorgespräch klären wir Gruppe, Ziele und Termin.
