iOS 26.3: Alle Features, DMA-Änderungen und was Developer wissen müssen

Von Roland Golla
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Surreales Dalí-Bild: iPhone verbindet sich mit Drittanbieter-Smartwatches via DMA

„Warum zeigt meine Garmin-Uhr plötzlich WhatsApp-Nachrichten an?“ – eine Frage, die iOS-Entwickler und IT-Entscheider ab Ende Januar häufiger hören werden. Mit iOS 26.3 öffnet Apple sein Ökosystem für Drittanbieter-Geräte wie nie zuvor – allerdings nur in der EU. Für euch bedeutet das: neue Entwicklungsmöglichkeiten, veränderte Nutzererwartungen und konkrete Handlungsoptionen für eure Projekte.

Nach über 15 Jahren Spezialisierung auf Softwarequalität, Open Source und Remote Consulting haben wir bei Never Code Alone die Beta-Versionen analysiert und zeigen euch, was wirklich relevant ist.

Was iOS 26.3 für euer Projekt bedeutet

Die zweite Entwicklerbeta ist erschienen und Apple bereitet das Update für Ende Januar vor. Anders als bei Major-Releases wie iOS 26 konzentriert sich das Point-Update auf Stabilität, Sicherheit und EU-Compliance. Für Developer sind besonders die neuen APIs für Drittanbieter-Integration interessant, für Entscheider die strategischen Implikationen der DMA-Umsetzung.

Das Update läuft auf allen iPhones ab dem iPhone 11 – also Geräten von 2019 und neuer. Wenn eure App ältere Modelle unterstützen muss, ändert sich durch iOS 26.3 nichts an euren Kompatibilitätsanforderungen. Die Basis bleibt identisch zu iOS 26.

Proximity Pairing: Warum Bluetooth-Kopplung jetzt einfacher wird

Kennt ihr das Ein-Tap-Pairing von AirPods? Diese Funktion war jahrelang Apple-Produkten vorbehalten. Mit iOS 26.3 können Drittanbieter-Kopfhörer in der EU dieselbe nahtlose Verbindung nutzen. Technisch basiert das auf dem AccessorySetupKit-Framework, das Apple nun für externe Entwickler öffnet.

Für eure Apps bedeutet das konkret: Wenn ihr Hardware-Integrationen entwickelt oder Companion-Apps für Wearables baut, könnt ihr das verbesserte Pairing-Erlebnis nutzen. Die API ermöglicht es, dass ein Gerät in die Nähe des iPhones gebracht wird und automatisch ein Verbindungsdialog erscheint – ohne den Umweg über die Bluetooth-Einstellungen.

Praxis-Tipp aus dem Consulting: Testet eure bestehenden Bluetooth-Integrationen mit der Beta. Einige ältere Implementierungen könnten durch das neue Framework beeinflusst werden.

Notification Forwarding an Smartwatches: Der EU-Sonderweg

Die spannendste Neuerung für viele Nutzer ist die Möglichkeit, iPhone-Benachrichtigungen an Drittanbieter-Smartwatches weiterzuleiten. Bisher war das der Apple Watch vorbehalten. Mit iOS 26.3 können Geräte von Samsung, Garmin oder Huawei alle System-Notifications empfangen – inklusive der Möglichkeit, mit Emojis zu reagieren.

Hier kommt allerdings eine wichtige Einschränkung: Das Feature arbeitet nach dem Single-Device-Prinzip. Nutzer können Benachrichtigungen entweder an ihre Apple Watch oder an eine Drittanbieter-Uhr senden – nicht an beide gleichzeitig. Sobald Notification Forwarding aktiv ist, erhält die Apple Watch keine Alerts mehr.

Für euch als Entwickler ergibt sich daraus eine klare Frage: Unterstützt eure App bereits Rich Notifications mit Reaktionsmöglichkeiten? Falls nicht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Die neue API macht Drittanbieter-Smartwatches zu vollwertigen Notification-Clients.

Digital Markets Act: Was die EU-Regulierung technisch bedeutet

Der Digital Markets Act zwingt Apple als sogenannten Gatekeeper, sein Ökosystem zu öffnen. Die Proximity-Pairing und Notification-Features sind direkte Umsetzungen dieser Vorgaben. Die EU-Kommission hat Apple im März eine Liste mit Anforderungen geschickt, die bis zu bestimmten Fristen erfüllt sein müssen.

Das interessante Detail für internationale Projekte: Diese Features sind regional beschränkt. Nutzer außerhalb der EU sehen die Optionen in iOS 26.3 nicht – obwohl die Einstellungen technisch im System vorhanden sind. Apple implementiert genau das, was regulatorisch erforderlich ist, und nicht mehr.

Für eure Projektplanung heißt das: Wenn ihr europäische und internationale Nutzer habt, müsst ihr mit unterschiedlichen Feature-Sets rechnen. Eine Companion-App für eine Samsung Galaxy Watch funktioniert mit Notification Forwarding in Deutschland, aber nicht in den USA.

Background Security Updates: Sicherheit ohne Neustart

Apple testet in iOS 26.3 erneut das Background Security Improvement Feature. Das Konzept: Sicherheitspatches für Safari, WebKit und andere Systembibliotheken können automatisch installiert werden, ohne dass ein vollständiges iOS-Update erforderlich ist.

Für Unternehmens-Deployments ist das relevant. Die klassischen Rapid Security Response Updates wurden nach iOS 16 weitgehend eingestellt. Das neue System verspricht schnellere Patches bei kritischen Sicherheitslücken – allerdings warnt Apple selbst, dass in seltenen Fällen Kompatibilitätsprobleme auftreten können.

Unsere Empfehlung: Aktiviert in euren MDM-Policies die automatische Installation von Background Security Improvements. Das Risiko gelegentlicher Kompatibilitätsprobleme ist geringer als das Risiko ungepatchter Sicherheitslücken.

iOS zu Android wechseln: Neue Datentransfer-Tools

Apple macht es mit iOS 26.3 einfacher, vom iPhone zu Android zu wechseln. Eine neue Funktion erlaubt die drahtlose Übertragung von Fotos, Nachrichten, Notizen, Apps, Passwörtern und Kontakten, indem ein iPhone einfach in die Nähe eines Android-Geräts gebracht wird.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Apple und Google – und natürlich des regulatorischen Drucks durch die EU. Für eure Apps bedeutet das: Nutzer, die zwischen Plattformen wechseln, erwarten zunehmend nahtlose Datenmigration. Wenn eure App nutzergenerierte Daten speichert, solltet ihr Cross-Plattform-Export-Funktionen priorisieren.

RCS-Verschlüsselung: Sichere Nachrichten zwischen iPhone und Android

In der zweiten Beta von iOS 26.3 legt Apple die Grundlagen für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei RCS-Nachrichten. Das ist technisch anspruchsvoll, weil RCS ein Carrier-basiertes Protokoll ist und Apple hier mit Mobilfunkanbietern zusammenarbeiten muss.

Für Unternehmens-Kommunikation könnte das langfristig relevant werden. Bisher war verschlüsselter Messaging zwischen iPhone und Android nur über Drittanbieter-Apps wie Signal oder WhatsApp möglich. Mit verschlüsseltem RCS würde die native Messages-App eine sichere Alternative bieten.

Weather Wallpapers: Neue Personalisierungsoptionen

Nicht alles in iOS 26.3 ist regulatorisch getrieben. Apple führt einen dedizierten Bereich für Wetter-Hintergründe ein. Nutzer können aus drei voreingestellten Optionen wählen und diese über den Sperrbildschirm-Editor erreichen.

Für App-Entwickler ist das ein Hinweis auf Apples Designrichtung: Dynamische, kontextabhängige Interfaces gewinnen an Bedeutung. Wenn eure App Widgets oder Sperrbildschirm-Integrationen bietet, orientiert euch an diesem Trend.

Wann kommt iOS 26.3 und was folgt danach?

Apple veröffentlicht die x.3-Updates traditionell Ende Januar. iOS 15.3, iOS 17.3 und iOS 18.3 erschienen alle in diesem Zeitfenster. Die aktuelle Beta-Phase deutet darauf hin, dass iOS 26.3 gegen Ende Januar oder Anfang Februar für alle Nutzer verfügbar wird.

Das wichtigere Update aus Feature-Sicht ist iOS 26.4, das für März oder April erwartet wird. Hier plant Apple die lang verschobene Siri-Überarbeitung mit besserer Kontextverarbeitung, Bildschirm-Awareness und In-App-Aktionen. Apple hat kürzlich bestätigt, dass Google Gemini die technologische Grundlage für die neuen Siri-Funktionen liefern wird.

Welche iPhones unterstützt iOS 26.3?

Die Kompatibilität bleibt identisch zu iOS 26: Alle iPhones ab dem iPhone 11 (2019) erhalten das Update. Das umfasst:

  • iPhone 11, 11 Pro, 11 Pro Max
  • iPhone 12 Serie
  • iPhone 13 Serie
  • iPhone 14 Serie
  • iPhone 15 Serie
  • iPhone 16 Serie
  • iPhone SE (2. und 3. Generation)
  • iPhone 16e

Für ältere Modelle wie iPhone XR, XS oder X gibt es keine iOS 26-Updates mehr. Diese Geräte erhalten gelegentlich noch Sicherheitspatches unter iOS 18, aber keine neuen Features.

Was ihr jetzt konkret tun könnt

iOS 26.3 bringt keine spektakulären Features für Endnutzer, aber substanzielle Änderungen für Entwickler und IT-Entscheider. Die DMA-getriebenen Öffnungen schaffen neue Möglichkeiten für Hardware-Integrationen und Companion-Apps.

Für Entwickler:

  • Testet eure Bluetooth-Integrationen mit der aktuellen Beta
  • Prüft, ob eure Rich Notifications für Drittanbieter-Smartwatches optimiert sind
  • Plant regionale Feature-Unterschiede zwischen EU und Rest der Welt ein

Für IT-Entscheider:

  • Evaluiert Background Security Updates für eure MDM-Policies
  • Berücksichtigt die verbesserte Cross-Plattform-Migration bei BYOD-Strategien
  • Beobachtet die Entwicklung bei RCS-Verschlüsselung für Unternehmenskommunikation

Ihr braucht Unterstützung bei iOS-Projekten oder Mobile-Strategien? Bei Never Code Alone haben wir über 15 Jahre Erfahrung in Softwarequalität, Open Source und Remote Consulting. Wir helfen euch von der Architektur-Entscheidung bis zur App-Store-Submission.

Schreibt uns einfach eine E-Mail an roland@nevercodealone.de – wir freuen uns auf eure Fragen!

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