Creative Coding: Wenn Programmieren zur kreativen Kunst wird

Von Roland Golla
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Ihr wollt wissen, was hinter dem Begriff Creative Coding steckt – und warum er gerade jetzt für Entwickler:innen so relevant ist? Dann seid ihr hier genau richtig. In einer packenden Live-Coding-Session mit der Künstlerin und Doktorandin Beptrack (bekannt als „KI und Koffein“ auf TikTok) zeigt sich eindrucksvoll: Programmieren ist keine trockene Pflichtübung, sondern eine kreative Tätigkeit, die Raum für Experimente, Kunst und echte Innovation lässt.

Was ist Creative Coding überhaupt?

Creative Coding beschreibt das Erstellen von visuellen, akustischen oder interaktiven Werken mithilfe von Code. Es verbindet Informatik mit Design, Kunst und Spieltrieb – und entsteht oft an der Schnittstelle zwischen Generativer Kunst, Demoszene und moderner KI-Forschung. Ob selbstgezeichnete Käfer, algorithmisch generierte Blumen oder interaktive Theateraufführungen – das Spektrum ist riesig.

Und nein: Ihr müsst kein Künstler sein, um einzusteigen. Gerade als Entwickler:in profitiert ihr davon, euren Code mal nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch und spielerisch zu denken.

Warum lohnt sich das Video?

In gut einer Stunde führt euch Beptrack durch ihre Welt – von einfachen JavaScript-Experimenten bis hin zu CNC-gefrästen Möbeln und selbstentworfenen Leiterplatten. Dabei werden gleich mehrere Gründe deutlich, warum ihr euch diese Session anschauen solltet:

1. Ihr lernt Paper.js kennen – eine Library für kreative Webprojekte

Paper.js ist eine leistungsstarke JavaScript-Bibliothek für vektorbasierte Grafiken im Browser. Ähnlich wie Inkscape oder Adobe Illustrator – nur eben scriptbar. Damit könnt ihr innerhalb weniger Zeilen dynamische, interaktive Visualisierungen bauen. Perfekt für Prototypen, Datenvisualisierungen oder kleine Spiele.

„Paper.js ist wie Inkscape in scriptbar.“

2. Ihr seht, wie aus Code physische Objekte werden

Creative Coding endet nicht im Browser. Beptrack zeigt, wie sie ihre Algorithmen auf Stiftplotter, Lasercutter und sogar eine selbstgebaute CNC-Fräse überträgt. Das Ergebnis? Einzigartige Badges, Poster oder sogar ein Stuhl, dessen Form auf biologischen Wachstumsalgorithmen basiert.

Für alle, die sich fragen: „Kann mein Code auch etwas Greifbares erzeugen?“ – hier ist die Antwort: Ja, und zwar auf beeindruckende Weise.

3. Ihr bekommt Einblicke in generative Elektronik mit KiCad

Ein Highlight: Beptrack hat einen Generator gebaut, der individuelle Leiterplatten mit planetenartigen Mustern entwirft – und diese gleichzeitig als kapazitive Touch-Buttons nutzt. Jede Platine ist ein Unikat, programmiert mit CircuitPython und bestellbar über gängige PCB-Hersteller.

Das zeigt: Selbst bei Hardware-Projekten lässt sich Kreativität und Automatisierung kombinieren – und das ohne tiefes Elektrotechnik-Wissen von Beginn an.

4. KI wird sinnvoll eingesetzt – nicht als Hype, sondern als Werkzeug

Statt Midjourney oder DALL·E nutzt Beptrack eigene, kleine neuronale Netze, trainiert auf eigenen Scribble-Zeichnungen. Damit generiert sie abstrakte Porträts, die von einem Stiftplotter gezeichnet werden. Der Fokus liegt nicht auf „KI ersetzt Künstler“, sondern auf KI als kollaboratives Medium.

Gerade in Zeiten von Vibecoding und automatisierten Code-Generatoren ist diese reflektierte Haltung Gold wert.

Für wen ist das Video geeignet?

  • Frontend-Entwickler:innen, die über SVG und Canvas hinausgehen wollen
  • Hobby-Hacker:innen, die ihre Projekte physisch werden lassen möchten
  • Lehrende, die interaktive Lernformate suchen (Stichwort: Vokabeltrainer als Jump’n’Run)
  • KI-interessierte Devs, die jenseits von Prompt Engineering eigene Modelle nutzen wollen
  • Und natürlich alle, die glauben: Programmieren ist kreativ – Punkt.

Praxisnahe Inspiration statt trockener Theorie

Was das Video besonders macht: Es ist voller konkreter Beispiele, die ihr sofort nachbauen könnt. Ob ihr nun mit Paper.js loslegt, einen NFC-Sticker mit generativer Kunst bastelt oder eure nächste Idee per Lasercutter materialisiert – hier werdet ihr inspiriert, nicht überfordert.

Und das Beste? Fast alles läuft Open Source, lokal und datenschutzfreundlich. Kein Cloud-Hype, keine Abhängigkeit von Big Tech – sondern echte Maker-Mentalität.

Fazit: Programmieren ist mehr als Logik – es ist Ausdruck

Creative Coding erinnert uns daran, dass Technik nicht neutral ist – sie kann spielerisch, emotional und menschlich sein. In einer Zeit, in der viele Angst haben, durch KI ersetzt zu werden, zeigt Beptrack: Der Mensch bleibt zentral – als Gestalter, als Künstler, als kreativer Kopf hinter dem Code.

Wenn ihr tiefer einsteigen wollt – sei es in Paper.js, generative Hardware oder datenschutzkonforme KI-Lösungen – dann nehmt gerne Kontakt mit uns auf. Wir unterstützen euch bei der technischen Umsetzung, beraten zu Self-Hosted-Architekturen oder helfen bei der Integration kreativer Tools in eure bestehenden Workflows.

Denn am Ende geht es nicht nur darum, was der Code tut – sondern wie er es tut. Und manchmal eben auch darum, wie schön er aussieht.


Weiterführende Links & Tools aus dem Video:

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