Euer Marketing schreibt Posts, Newsletter und Produkttexte längst mit KI. Das ist gut, denn es spart Zeit. Ohne klare ChatGPT Marketing Regeln landen aber schnell Kundendaten im falschen Tool, erfundene Zahlen im Newsletter oder ein Ton, der nach niemandem klingt. In diesem Beitrag zeigen wir, welche Regeln ein Marketing Team wirklich braucht und warum die KI Verordnung genau dieses Szenario nennt.
Passend dazu: Warum KI im Unternehmen stecken bleibt und wie ein Tag das löst. Zum Beitrag
Die Kommission nennt Werbetexte ausdrücklich
Artikel 4 der KI Verordnung verlangt, dass Firmen die KI Kompetenz ihrer Leute fördern. Viele denken dabei an Entwickler oder an Hochrisiko Systeme. Die EU Kommission sieht das breiter. In ihren Fragen und Antworten zur AI Literacy (Stand 27. Juli 2026) nennt sie ein Beispiel: Eine Firma, deren Leute ChatGPT für Werbetexte oder Übersetzungen nutzen, fällt unter Artikel 4. Die Leute sollen etwa wissen, dass KI halluzinieren kann.
Die Kommission sagt dort auch: Ein Zertifikat ist nicht nötig, ein internes Verzeichnis der Schulungen reicht. Es gibt kein Pflichtformat. Nur eine Bedienungsanleitung zu lesen, ist aber oft nicht wirksam. Seit dem Digital Omnibus heißt es in Artikel 4, Firmen sollen die Entwicklung der KI Kompetenz unterstützen. Ein bestimmtes Niveau pro Person müssen sie nicht garantieren. Stand Oktober 2026, Quellen: Q&A der Kommission und Verordnung (EU) 2026/1744 auf EUR-Lex. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Für euer Marketing heißt das: Ein paar klare Regeln und eine echte Schulung decken den Kern schon ab. Wie das gesetzlich genau aussieht, steht in unserem Beitrag zur KI Kompetenz Pflicht nach Artikel 4.
Sechs Regeln für euer Marketing Team
1. Daten: Was nie in den Chat gehört
Kundennamen, Mailadressen, Umsätze einzelner Kunden, interne Strategiepapiere: Das alles hat in einem öffentlichen Chatbot nichts verloren. Legt fest, welche Tools freigegeben sind und welche Daten hinein dürfen. Bei NCA arbeiten wir mit einer einfachen Regel. Daten werden lokal anonymisiert, danach kann jede KI damit arbeiten. Kleine Modelle laufen lokal mit Ollama. Coding aus der Cloud, Datenverarbeitung im eigenen Netzwerk.
2. Fakten prüfen, bevor etwas rausgeht
Sprachmodelle schreiben flüssig, auch wenn sie falsch liegen. Jede Zahl, jedes Zitat und jede Produktangabe braucht eine Quelle, die ein Mensch geprüft hat. Wie oft KI Antworten danebenliegen und wie ihr euch schützt, zeigt unser Beitrag zu Falschinformation durch KI.
3. Halluzinationen erkennen
Halluzinationen sind erfundene Inhalte, die echt klingen. Typische Warnsignale im Marketing:
- Studien ohne Titel, Autor oder Link
- sehr runde oder sehr genaue Prozentzahlen ohne Herkunft
- Zitate von bekannten Personen, die ihr nirgends findet
- Produktfunktionen, die euer Produkt gar nicht hat
- Kundenbeispiele, die es nie gab
Gerade der letzte Punkt ist heikel. Ein erfundenes Kundenbeispiel in einer Werbung kann rechtlich Ärger machen und kostet Vertrauen.
4. Kennzeichnung: vorsichtig einordnen
Artikel 50 der KI Verordnung regelt Transparenzpflichten. Sie gelten seit dem 2. August 2026. Laut Wortlaut von Artikel 50 müssen Anbieter dafür sorgen, dass synthetische Inhalte maschinenlesbar als künstlich erzeugt erkennbar sind. Betreiber müssen offenlegen, wenn sie Deepfakes erstellen. Für KI Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren, gibt es eine Offenlegung. Sie entfällt, wenn ein Mensch den Text prüft und redaktionelle Verantwortung trägt.
Was das für einen normalen Werbetext heißt, ist im Einzelfall zu prüfen. Klar ist: Bei Bildern, Videos oder Stimmen, die echte Personen oder Ereignisse nachahmen, solltet ihr genau hinschauen. Für bestehende Systeme gibt es laut Sekundärquellen eine Übergangsfrist zur Kennzeichnung bis 2. Dezember 2026. Prüft das mit eurer Rechtsberatung. Stand Oktober 2026. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
5. Freigabe durch einen Menschen
Kein KI Text geht ohne Freigabe raus. Legt fest, wer freigibt. Bei Social Posts reicht oft eine Person aus dem Team. Bei Pressetexten, Kampagnen oder Aussagen zu Preisen und Leistungen sollte mehr Prüfung dran sein. Die Freigabe ist zugleich eure redaktionelle Verantwortung.
6. Markenstimme als Regeldatei
Viele Teams tippen jedes Mal neu, wie die KI schreiben soll. Das Ergebnis klingt dann jedes Mal anders. Besser ist eine feste Regeldatei. Sie beschreibt Ton, Ansprache, verbotene Floskeln, Schreibweisen und Beispiele. Jeder im Team nutzt dieselbe Datei. So klingt eure Marke auch mit KI nach euch. Genau so arbeiten wir bei NCA mit unseren eigenen Inhalten.
Die Regeln auf einen Blick
| Regel | Was ihr festlegt | Wer zuständig ist |
|---|---|---|
| Daten | Freigegebene Tools, verbotene Datenarten, Anonymisierung | Teamleitung mit IT |
| Fakten | Jede Zahl und jedes Zitat braucht eine geprüfte Quelle | Autorin oder Autor |
| Halluzinationen | Warnsignale kennen, im Zweifel streichen | Ganzes Team |
| Kennzeichnung | Wann ihr KI Inhalte offenlegt | Teamleitung mit Rechtsberatung |
| Freigabe | Wer welche Inhalte freigibt | Teamleitung |
| Markenstimme | Eine gemeinsame Regeldatei für alle | Content Verantwortliche |
Regeln allein reichen nicht
Ein Dokument im Intranet ändert wenig, wenn es keiner kennt. Die Kommission schreibt selbst, dass reines Lesen oft nicht wirkt. Euer Team sollte die Regeln einmal an einer echten Aufgabe üben. Zum Beispiel: einen Newsletter mit KI schreiben, Fakten prüfen, Freigabe durchspielen. Danach sitzt das.
Noch besser wird es, wenn das Team nicht nur einen Chatbot nutzt. Mit einem eigenen kleinen Tool sind Regeldatei, Datenregeln und Prüfschritte schon eingebaut. Warum das so viel bringt, erklären wir im Beitrag Tools statt Chatbots. Im NCA KI Workshop für alle Abteilungen baut euer Marketing so ein Werkzeug gemeinsam mit Roland auf der Leinwand. Programmierkenntnisse braucht dafür niemand. Gearbeitet wird mit OpenCode und kostenlosen Modellen. Wer zuerst Landing Pages bauen will, findet in der Vibe Coding Schulung für Astro Landing Pages einen passenden Einstieg.
Fazit
ChatGPT im Marketing braucht sechs klare Regeln: Daten, Fakten, Halluzinationen, Kennzeichnung, Freigabe und Markenstimme. Die Kommission nennt Werbetexte ausdrücklich als Fall von Artikel 4. Übt die Regeln an einer echten Aufgabe, dann bleiben sie im Alltag hängen.
Euer Marketing baut sein eigenes KI Werkzeug
Für Teams ohne Programmierkenntnisse: gebaut wird gemeinsam auf der Leinwand. Am Ende habt ihr Regeln, die euer Team wirklich nutzt. Im kostenlosen Vorgespräch klären wir Gruppe, Ziele und Termin.
