B2B-Shop erstellen: So gelingt euer E-Commerce-Projekt

Von Roland Golla
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Surreales Bild: Schmelzendes Telefon und digitaler Warenkorb auf dünnen Beinen

Ihr kennt das bestimmt: Ein Geschäftskunde ruft an, möchte schnell nachbestellen, aber euer Vertriebsteam ist gerade komplett ausgelastet. Am nächsten Tag liegt ein Fax auf dem Tisch – ja, tatsächlich noch ein Fax – mit einer handschriftlichen Bestellung, die jemand erst einmal entziffern muss. Und während ihr euch fragt, warum der Einkaufsprozess im Jahr 2025 immer noch so aussieht, hat euer Wettbewerber längst einen funktionierenden B2B-Shop am Start.

Bei Never Code Alone begleiten wir seit über 15 Jahren Unternehmen auf dem Weg zur digitalen Transformation. Dabei haben wir eines gelernt: Ein B2B-Shop ist kein Projekt, das man mal eben nebenbei umsetzt. Aber mit der richtigen Strategie und den passenden Partnern wird aus dem Mammutprojekt ein strukturierter Prozess, der echten Mehrwert für euer Unternehmen und eure Kunden schafft.

1. Was unterscheidet einen B2B-Shop von einem normalen Online-Shop?

Wenn jemand fragt, was einen B2B-Shop von einem klassischen B2C-Shop unterscheidet, ist die kurze Antwort: fast alles. Ein B2B-Shop richtet sich an Geschäftskunden, nicht an Endverbraucher. Das klingt zunächst banal, hat aber weitreichende Konsequenzen für die gesamte technische Architektur und die Geschäftslogik.

Der fundamentale Unterschied liegt in der Komplexität der Kundenbeziehungen. Während ein B2C-Kunde in der Regel einen festen Preis sieht und direkt kauft, arbeiten B2B-Kunden mit individuellen Konditionen. Ein Großhändler bekommt andere Preise als ein Einzelhändler, Rahmenverträge definieren Mengenrabatte, und manchmal sind Preise gar nicht öffentlich sichtbar, sondern werden erst nach der Anmeldung angezeigt.

Dazu kommt das Thema Benutzer- und Rollenmanagement. In einem B2C-Shop gibt es einen Kunden mit einem Account. In einem B2B-Shop kann ein Unternehmen mehrere Benutzerkonten haben – der Einkäufer darf bestellen, der Abteilungsleiter muss freigeben, und die Buchhaltung braucht Zugriff auf Rechnungen und Lieferscheine. Diese Hierarchien und Freigabeprozesse abzubilden, erfordert eine durchdachte Architektur.

Aus unserer Erfahrung mit Softwarequalität und Open-Source-Lösungen wissen wir: Wer einen B2B-Shop plant, sollte diese Unterschiede von Anfang an berücksichtigen. Ein nachträgliches Umbauen eines B2C-Systems ist meistens aufwendiger als eine saubere Neukonzeption.

2. Welche Shopsysteme eignen sich für einen B2B-Shop?

Die Wahl des richtigen Shopsystems ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei eurem B2B-Projekt. Grundsätzlich habt ihr drei Optionen: fertige B2B-Plattformen, erweiterbare Open-Source-Systeme oder eine Individuallösung.

Fertige B2B-Plattformen wie Shopware, Magento oder Spryker bringen bereits viele B2B-Funktionen mit. Kundenspezifische Preise, Benutzerrollen, Schnellbestellungen per CSV – vieles davon ist out-of-the-box verfügbar. Der Vorteil liegt in der schnelleren Time-to-Market und der aktiven Community, die regelmäßig Updates und Erweiterungen liefert.

Open-Source-Systeme bieten maximale Flexibilität. Ihr könnt jede Funktion exakt an eure Anforderungen anpassen. Der Nachteil: Ihr braucht entweder ein starkes internes Entwicklerteam oder einen zuverlässigen externen Partner, der die Wartung und Weiterentwicklung übernimmt.

Individuallösungen machen dann Sinn, wenn eure Geschäftsprozesse so speziell sind, dass kein Standardsystem sie abbilden kann. Das ist seltener der Fall, als viele denken – aber wenn ihr beispielsweise hochkomplexe Produktkonfiguratoren oder branchenspezifische Compliance-Anforderungen habt, kann eine Eigenentwicklung die bessere Wahl sein.

Bei Never Code Alone setzen wir auf Open Source und beraten neutral. Meldet euch gerne unter roland@nevercodealone.de, wenn ihr eine unabhängige Einschätzung zu eurem Projekt braucht.

3. Wie integriere ich einen B2B-Shop mit meinem ERP-System?

Die ERP-Integration ist das Herzstück eines funktionierenden B2B-Shops. Ohne eine saubere Anbindung an euer Warenwirtschaftssystem werdet ihr schnell feststellen, dass ihr Daten doppelt pflegen müsst – und das führt unweigerlich zu Fehlern und Inkonsistenzen.

Der wichtigste Grundsatz dabei: Definiert eine Single Source of Truth. In den meisten Fällen sollte das ERP-System die Datenhoheit haben. Produkt-, Lager-, Kunden- und Bestelldaten werden zentral im ERP gepflegt und automatisch mit dem Shop synchronisiert. Umgekehrt fließen neue Bestellungen aus dem Shop direkt ins ERP zurück.

Technisch gibt es verschiedene Wege, diese Integration umzusetzen. REST-APIs sind der moderne Standard und ermöglichen eine bidirektionale Kommunikation in Echtzeit. Für ältere ERP-Systeme kommen manchmal noch SOAP-Schnittstellen oder Dateiexporte zum Einsatz – funktioniert auch, ist aber weniger elegant.

Besonders spannend wird es, wenn ihr Punchout-Technologien wie OCI, Ariba oder EDI einsetzen wollt. Damit können eure Kunden direkt aus ihrem eigenen ERP-System auf euren Produktkatalog zugreifen und Bestellungen auslösen, ohne sich in eurem Shop anmelden zu müssen. Das macht den Beschaffungsprozess für alle Beteiligten schneller und effizienter.

Die erfolgreiche Integration erfordert eine enge Abstimmung zwischen IT, Vertrieb und Geschäftsleitung. Technisch müssen die Schnittstellen sauber und stabil laufen, während organisatorisch klare Prozesse für Datenpflege und Preisgestaltung etabliert werden müssen.

4. Welche Zahlungsmethoden braucht ein B2B-Shop?

Zahlungen im B2B-Bereich funktionieren grundlegend anders als im B2C. Während Endverbraucher sofort per Kreditkarte oder PayPal bezahlen, arbeiten Geschäftskunden oft mit Zahlungszielen von 30, 60 oder sogar 90 Tagen.

Die klassische B2B-Zahlungsmethode ist der Kauf auf Rechnung. Euer Kunde bestellt, ihr liefert, und die Rechnung wird später bezahlt. Das erfordert allerdings eine Bonitätsprüfung und ein funktionierendes Mahnwesen – beides sollte automatisiert sein, um den Verwaltungsaufwand gering zu halten.

Zusätzlich zum Rechnungskauf solltet ihr SEPA-Lastschrift, Überweisung und für kleinere Bestellungen auch Kreditkarte anbieten. Manche B2B-Kunden – gerade kleinere Unternehmen – zahlen durchaus auch mit PayPal oder ähnlichen Diensten.

Was viele vergessen: Im B2B-Bereich gibt es oft Kreditrahmen und individuelle Zahlungsvereinbarungen. Ein langjähriger Großkunde bekommt vielleicht 60 Tage Zahlungsziel, während ein Neukunde erst einmal per Vorkasse bestellen muss. Diese Logik muss euer Shop abbilden können.

5. Wie funktioniert kundenspezifische Preisgestaltung im B2B?

Die individuelle Preisgestaltung ist eine der größten Herausforderungen – und gleichzeitig einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für einen B2B-Shop. Eure Geschäftskunden erwarten, dass sie im Shop die gleichen Konditionen sehen wie im persönlichen Gespräch mit eurem Vertrieb.

Technisch bedeutet das: Preise werden erst nach dem Login angezeigt und dynamisch aus dem ERP geladen. Jeder Kunde kann unterschiedliche Preislisten, Rabattstaffeln und Sonderkonditionen haben. Manche Shops zeigen nicht angemeldeten Besuchern gar keine Preise – das ist besonders in Branchen üblich, wo Preisverhandlungen zum Geschäftsalltag gehören.

Neben kundenspezifischen Preisen spielen auch Mengenstaffeln eine wichtige Rolle. Ab 100 Stück gibt es Rabatt X, ab 1.000 Stück Rabatt Y. Diese Staffeln können pro Kunde unterschiedlich sein und müssen im Shop korrekt berechnet und angezeigt werden.

Ein weiterer Aspekt sind Rahmenverträge. Viele B2B-Kunden verhandeln jährliche Konditionen, die im System hinterlegt werden müssen. Der Shop muss diese Vereinbarungen kennen und automatisch anwenden.

6. Was kostet die Entwicklung eines B2B-Shops?

Diese Frage bekommen wir ständig – und die ehrliche Antwort ist: Es kommt darauf an. Wir bei Never Code Alone machen keine pauschalen Preisversprechen, weil jedes Projekt andere Anforderungen hat.

Was wir euch sagen können: Ein funktionsfähiger B2B-Shop ist eine ernsthafte Investition. Die Bandbreite reicht von schlanken MVP-Lösungen bis zu komplexen Enterprise-Plattformen. Entscheidend ist, dass ihr eure Anforderungen vor Projektstart klar definiert und priorisiert.

Unser Tipp: Startet mit einem Minimum Viable Product. Konzentriert euch auf die Funktionen, die ihr im ersten Jahr wirklich braucht. Nachbestellungen, Kundenkonten, ERP-Integration – das Grundgerüst. Erst wenn dieses MVP läuft und ihr echtes Kundenfeedback habt, wisst ihr, welche zusätzlichen Features tatsächlich Mehrwert bringen.

Achtet auch auf die laufenden Kosten. Hosting, Wartung, Updates, Support – das sind wiederkehrende Ausgaben, die ihr von Anfang an einplanen solltet. Ein billiger Shop, der nicht gewartet wird, ist am Ende teurer als eine solide Lösung mit professionellem Support.

Für eine realistische Einschätzung eures konkreten Projekts meldet euch bei uns. Schreibt einfach an roland@nevercodealone.de, und wir schauen gemeinsam, was für euren Use Case sinnvoll ist.

7. Wie lange dauert die Entwicklung eines B2B-Shops?

Auch hier gibt es keine Pauschalantwort, aber wir können euch Orientierungswerte geben. Ein schlankes MVP mit Basisfunktionen lässt sich in wenigen Monaten umsetzen. Ein vollumfänglicher B2B-Shop mit allen Integrationen und individuellen Anpassungen kann deutlich länger dauern.

Die Projektdauer hängt von mehreren Faktoren ab: Komplexität der Anforderungen, Qualität der vorhandenen Daten, Verfügbarkeit von Schnittstellen zu bestehenden Systemen, und nicht zuletzt die Entscheidungsgeschwindigkeit auf eurer Seite.

Was viele unterschätzen: Der Content-Aufwand. Produktbeschreibungen, Bilder, technische Datenblätter – das muss alles vorbereitet und eingepflegt werden. Wenn diese Daten nicht sauber im ERP oder PIM vorliegen, kann die Content-Erstellung zum Engpass werden.

Unser Ansatz ist agil: Wir arbeiten in kurzen Iterationen, liefern früh erste Ergebnisse und passen den Kurs anhand von Feedback an. Das reduziert das Risiko und sorgt dafür, dass ihr schneller einen funktionierenden Shop habt.

8. Welche Funktionen sind für einen B2B-Shop unverzichtbar?

Aus unserer Projekterfahrung haben sich bestimmte Funktionen als unverzichtbar herauskristallisiert. Die folgenden Features sollte jeder B2B-Shop von Anfang an mitbringen.

Erstens: Ein durchdachtes Benutzer- und Rollenmanagement. Eure Kunden müssen mehrere Benutzer anlegen und mit unterschiedlichen Rechten ausstatten können. Wer darf bestellen? Wer muss freigeben? Wer sieht nur den Katalog?

Zweitens: Schnellbestellfunktionen. B2B-Kunden wissen meistens genau, was sie brauchen. Artikelnummer eingeben, Menge festlegen, fertig. Noch besser: CSV-Upload für Massenbestellungen oder die Möglichkeit, gespeicherte Bestelllisten mit einem Klick neu zu ordern.

Drittens: Eine leistungsfähige Suche und Filterung. B2B-Kataloge sind oft riesig. Eure Kunden müssen schnell finden, was sie suchen – nach Artikelnummer, Bezeichnung, technischen Eigenschaften oder Kategorien.

Viertens: Transparente Verfügbarkeitsanzeige und Lieferzeiten. Geschäftskunden planen ihre Beschaffung. Sie müssen wissen, ob ein Artikel auf Lager ist und wann er geliefert werden kann.

Fünftens: Self-Service-Funktionen. Bestellhistorie einsehen, Rechnungen herunterladen, Lieferadressen verwalten, Benutzer anlegen – alles, was eure Kunden selbstständig erledigen können, entlastet euren Vertrieb und Support.

9. Wie mache ich meinen B2B-Shop sicher?

Sicherheit ist im B2B-Bereich besonders kritisch. Ihr verarbeitet nicht nur persönliche Daten, sondern auch sensible Geschäftsinformationen – Einkaufsvolumen, Preisvereinbarungen, Lieferadressen von Produktionsstätten.

Die Grundlagen sind Pflicht: SSL-Verschlüsselung, sichere Passwörter, regelmäßige Updates. Aber im B2B-Kontext kommen zusätzliche Anforderungen hinzu.

Das Berechtigungssystem muss wasserdicht sein. Ein Benutzer von Kunde A darf unter keinen Umständen Daten von Kunde B sehen. Das klingt selbstverständlich, ist aber technisch anspruchsvoller, als es scheint – besonders wenn ihr mit komplexen Unternehmensstrukturen arbeitet.

Denkt auch an die API-Sicherheit. Die Schnittstellen zu eurem ERP und anderen Systemen sind potenzielle Einfallstore. Authentifizierung, Rate Limiting, Logging – das muss alles sauber implementiert sein.

Bei Never Code Alone ist Softwarequalität unser Kernthema. Wir empfehlen regelmäßige Security-Audits und Penetrationstests, gerade bei E-Commerce-Systemen. Lieber einmal mehr prüfen als hinterher den Schaden beheben.

10. Wie bewerbe ich meinen B2B-Shop richtig?

Ein B2B-Shop, den niemand findet, ist wertlos. Aber B2B-Marketing funktioniert anders als B2C. Ihr erreicht eure Zielgruppe nicht mit Influencer-Kampagnen auf Instagram.

Suchmaschinenoptimierung ist auch im B2B relevant – vielleicht sogar noch relevanter als im B2C. Eure potenziellen Kunden suchen nach Produkten, nach Lösungen für ihre Probleme. Wenn sie dabei auf euren Shop stoßen, habt ihr einen qualifizierten Lead.

Content-Marketing funktioniert im B2B besonders gut. Technische Blogartikel, Whitepaper, Webinare – Inhalte, die echten Mehrwert bieten und eure Expertise zeigen. Damit baut ihr Vertrauen auf, bevor der erste Kontakt zum Vertrieb stattfindet.

E-Mail-Marketing bleibt im B2B ein Klassiker. Newsletter mit Produktneuheiten, personalisierte Angebote basierend auf bisherigen Einkäufen, Erinnerungen für Nachbestellungen – automatisiert, aber relevant.

Vergesst nicht eure bestehenden Kunden. Der einfachste Weg, euren B2B-Shop zu füllen, ist die Migration bestehender Kundenbeziehungen. Schult eure Kunden, zeigt ihnen die Vorteile des Self-Service, und macht den Umstieg so einfach wie möglich.

Euer nächster Schritt

Ein B2B-Shop ist ein komplexes Projekt – keine Frage. Aber mit der richtigen Planung, den passenden Technologien und einem erfahrenen Partner wird aus der Komplexität ein strukturierter Prozess.

Wir bei Never Code Alone sind seit über 15 Jahren auf Softwarequalität, Open Source und Remote Consulting spezialisiert. Wir verkaufen euch keine fertige Lösung von der Stange, sondern beraten neutral und entwickeln gemeinsam mit euch eine Strategie, die zu eurem Unternehmen passt.

Ihr wollt über euer B2B-Projekt sprechen? Meldet euch einfach bei Roland unter roland@nevercodealone.de. Keine Verkaufsgespräche, keine Verpflichtungen – nur ein ehrlicher Austausch über eure Anforderungen und mögliche Lösungsansätze.

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