Kepler von GitKraken: Ein Task über mehrere Repos und KI Agents

Von Roland Golla
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Surreales Bild: Kraken mit Teleskop verbindet schwebende Inseln, Flagge Kepler

Eine neue API braucht ein Feld im Backend, eine Anpassung im Frontend und einen neuen Test im E2E Repository. Drei Repos, eine Aufgabe. Mit einem einzelnen Coding Agent wird das schnell zum Hin und Her. Kepler von GitKraken ist genau für diesen Fall gebaut: ein Task, mehrere Repositories, mehrere Agents, alles an einem Ort.

Kepler ist seit Juni 2026 als Public Preview verfügbar. Wie Kepler in die gesamte GitKraken Welt passt, zeigt unsere Übersicht GitKraken 2026: Agent Mode, Kepler und KI im Git Client.

Agents über mehrere Repos einführen: In der NCA Vibe Coding Consulting klären wir, welches Agent Setup zu euren Projekten passt, von Terminal Workflows bis zu Tools wie Kepler. Mit Regeln, Rechten und Tests von Anfang an. Zur NCA Vibe Coding Consulting

Was Kepler ist

GitKraken beschreibt Kepler als „an agentic development environment (ADE) built to organize AI-driven work across multiple repositories at once.“ Ein Agentic Development Environment ist also keine IDE zum Tippen. Es ist eine Oberfläche zum Planen, Starten und Überwachen von Agents.

Die Arbeitsteilung mit GitKraken Desktop ist klar. Desktop geht mit einem Agent tief in ein Repository. Kepler geht in die Breite. Beide greifen ineinander, dazu unten mehr.

Die Bausteine von Kepler

Tasks als Arbeitseinheit

Alles beginnt mit einem Task. Den legt ihr auf drei Wegen an:

  • Von Grund auf: per Text, eingefügtem Dokument oder Spracheingabe.
  • Aus einem Issue: Kepler holt den Kontext aus Jira, Trello, Linear, GitHub Issues, GitLab Issues und Azure DevOps.
  • Aus einem Pull Request: um Review Feedback abzuarbeiten oder einen PR vorab zu prüfen.

An den Task hängt ihr die betroffenen Repositories. Gemeinsame Anweisungen gelten für alle Repos im Task. Pro Repository entsteht ein eigener Git Worktree.

Agents über das Agent Client Protocol

Kepler arbeitet mit jedem Agent, der das Agent Client Protocol spricht. Dazu gehören Claude Code, Codex, Cursor, Gemini, Copilot, OpenCode und Augment. Ein Team kann einen Task also an einen anderen Agent übergeben, ohne das Tool zu wechseln. Das ist wichtig, weil sich der Markt für Coding Agents jeden Monat dreht.

Drei Modi und ein Effort Level

  • Plan Mode: Der Agent beschreibt erst seinen Ansatz, bevor er Code ändert.
  • Default Mode: Der Agent fragt vor riskanten Aktionen nach Erlaubnis.
  • Autonomous Mode: Der Agent arbeitet ohne Rückfrage, muss aber jede Änderung committen, bevor er weitermacht.

Über das Effort Level steuert ihr, wie tief der Agent nachdenkt. Mehr Tiefe kostet mehr Tokens. Für einfache Aufgaben reicht wenig, für Architekturfragen lohnt sich mehr.

Kanban, Liste und Konsole

Den Fortschritt seht ihr als Liste, Konsole oder Kanban Board. Das Board sortiert Tasks in vier Spalten: exploring, in development, needs review und done. Über Remote Zugriff schaut ihr auch vom Handy oder aus einem anderen Browser auf den Stand.

AI Sync für Rebase und Merge

Als experimentelle Funktion bringt Kepler AI Sync mit. Das sind Agent Tools für Rebase und Merge mit automatischer Konfliktlösung. Jede Operation lässt sich in den Einstellungen zurückrollen. Wir würden das nur mit einer starken Testabdeckung einschalten.

Beispiel: Shared Instructions für einen Task über drei Repos

Die gemeinsamen Anweisungen entscheiden, ob drei Agents in dieselbe Richtung arbeiten. So kann das für ein typisches Setup aus Symfony Backend, Astro Frontend und einem Repository mit Cypress Tests aussehen:

Ziel: Produkte bekommen ein Feld "Lieferzeit".

Für alle Repos:
- Keine Änderungen an Lockfiles und CI Konfiguration.
- Jede Änderung kommt mit Test.
- Commit Messages im Format feat(scope): Beschreibung.

backend (Symfony):
- Doctrine Migration für das Feld, API Response erweitern.
- PHPUnit und PHPStan müssen grün sein.

frontend (Astro):
- Lieferzeit auf der Produktseite anzeigen.
- Kein neues npm Paket.

e2e (Cypress):
- Test: Die Produktseite zeigt die Lieferzeit an.

Drei Dinge machen diese Anweisungen stark. Das Ziel steht in einem Satz ganz oben. Die gemeinsamen Regeln gelten für alle Agents. Und jedes Repository bekommt eine klare Grenze, was der Agent dort tun soll und was nicht. Fehlt diese Grenze, baut der Frontend Agent gern auch gleich die API um.

Die Übergabe an GitKraken Desktop

Öffnet ihr einen Worktree, an dem ein Agent gerade arbeitet, erkennt GitKraken Desktop ihn und bietet einen direkten Sprung an, inklusive Live Diff. Dort prüft ihr die Änderungen im Detail, committet und pusht in Richtung Pull Request. Kepler organisiert, Desktop prüft. Wie Desktop mit parallelen Sessions umgeht, zeigt der Beitrag zum GitKraken Agent Mode.

Für wen sich Kepler lohnt

  • Teams mit mehreren Repositories: Backend, Frontend und Tests liegen getrennt.
  • Teams mit gemischten Agents: Ein Entwickler nutzt OpenCode, der nächste Codex.
  • Teams mit Issue Trackern: Tasks entstehen direkt aus Jira, Linear oder GitHub Issues.

Weniger lohnt sich Kepler für Einzelpersonen mit einem Repo. Dort reicht ein Agent im Terminal mit tmux. Ähnliche Steuerzentralen aus der Open Source Welt sind T3 Code und Paperclip.

Was ihr vor dem Einsatz klären solltet

Kepler ist eine Preview. Funktionen ändern sich, und nicht alles ist für den Produktivbetrieb gedacht. Die wichtigste Stellschraube ist der Modus. Startet mit dem Plan Mode, lest den Ansatz des Agents und schaltet erst bei gut getesteten Repositories auf Autonomous. Das Effort Level erhöht ihr nur dort, wo der Agent wirklich Architektur entscheidet. Die Freigaben folgen dem Muster des Governed Agent Loop: klarer Scope, Evidenz durch Tests, Freigabe durch einen Menschen.

Die offizielle Vorstellung steht im GitKraken Blog zur Kepler Public Preview, eine unabhängige Einordnung gibt es bei WebDeveloper. Die Git Grundlagen von GitKraken stehen im PHP Glossar.

Häufige Fragen zu Kepler

Ist Kepler kostenlos?

Während der Public Preview ist Kepler für alle mit einem GitKraken Konto kostenlos. Wie das Preismodell danach aussieht, hat GitKraken noch nicht festgelegt. Die Kosten für die Modelle eurer Agents kommen in jedem Fall dazu.

Auf welchen Systemen läuft Kepler?

Kepler gibt es für Windows, macOS und Linux. Den Stand der Tasks könnt ihr über Remote Zugriff auch vom Handy oder aus einem anderen Browser abrufen.

Was ist der Unterschied zwischen Kepler und GitKraken Desktop?

GitKraken Desktop ist der Git Client für ein Repository mit Commit Graph, Merge Tools und Agent Sessions. Kepler organisiert Aufgaben über mehrere Repositories und Agents. Ein Worktree aus Kepler öffnet sich direkt in Desktop mit Live Diff.

Funktioniert Kepler mit OpenCode?

Ja. OpenCode unterstützt das Agent Client Protocol und steht damit in Kepler zur Auswahl, neben Claude Code, Codex, Cursor, Gemini, Copilot und Augment.

Mehrere Agents, ein sauberer Prozess

Wir helfen euch, Agents über mehrere Repositories mit festen Leitplanken einzuführen: Regeln, Rechte, Tests und klare Freigaben. Das Vorgespräch ist kostenlos.

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